Beiträge zu Systemtheorie, Information, Physiologie, Soziologie und Technologie ... Nucleus of the contributions is to represent by theory possibilities concerning the informational properties in form and function of systems as well as their evaluation until arithmetic transcription

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Autor
  Dominikus Forcht, D-71640 Ludwigsburg; 25. November 2009   /  Kontakt
Systemtheorie...Information
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Gesamtübersicht des Buches / Impressum und Inhaltsverzeichnis

Menue (Abschnitte, je mit Kapitel und Artikel)
  1     Zum Titel der Niederschrift    6     Systemcharakteristik in Arbeitsstrukturen 
  2     Einführung    7     Technik nach physiologischem Vorbild 
  3     Perspektive "Systemtheorie"    8     Parabel / Kommunikation 
  4     Individualität und Physiologie der Systeme        Literaturverzeichnis 
  5     Physiologie der Gesellschaft   


Wie fördert die Evolution die physiologische Differenzierung ?

Seit mehr als fünfzig Jahren wird das Wort "Selbstorganisation" als Schlüssel zur Klärung von Systemeigenschaften.benützt, nicht generell, doch mit einem Potential zur Verwirrung.
 
Kein System organisiert sich selbst.

Das 1979 erschienene Buch von Erich Jantsch, "Die Selbstorganisation des Universums", machte mir über Jahre hinweg so viel Freude, daß ich es häufig an Freunde verschenkte. Sollte ich auf diesem Weg mit zur Verbreitung des Wortes "Selbstorganisation" in den Sprachen der Naturwissenschaften beigetragen haben, wäre ich stolz darauf. Man braucht ja nicht lange zu suchen, um einer Anwendung dieses Begriffes zu begegnen. Die Zelle in einem biologischen Gewebe sei Ergebnis von Selbstorganisation; Orte von Nerven und Muskelsträngen eines biologischen Organismus seien Ergebnis von Selbstorganisation; usw. .... Auch in meiner beruflichen Tätigkeit (in der Informationstechnischen Industrie) erschien "Selbstorganisation" für die Kommunikation und in den meist soziologisch motivierten Gesprächen unverzichtbar bis beflügelnd. Als ich 2005 daranging, meine eigene Arbeit über Systeme und deren Information besser verständlich zu präsentieren, fiel mir auf, daß das Wort "Selbstorganisation", wenn ohne Erläuterung gebraucht, in die Irre führen kann. "Selbstorganisation" wird vom Leser oder Hörer vorzugsweise der Erscheinung eines Systems zugeordnet, wo ein System eben aus Dingen zu bestehen scheint. In Wahrheit besteht ein System aber aus den Funktionen von Dingen, d.h. aus Funktionen, die der Bildung einer Gemeinschaft förderlich sind, d.h. welche die Gemeinschaft der Dings in einer gegebenen Umwelt zulassen, wo nicht herausfordern.
Nebenbei wird verständlich, warum Systeme meist als komplexe Gebilde kommentiert werden. Sie erscheinen als komplex, weil die Funktionen jedes einzelnen Dings, mit welchen es zur spezifischen Emergenz, d.h. zu Existenz und Wirkung des fokalen Systems beiträgt, nur schwer identifizierbar sind.
In der Soziologie gibt es ein einfaches Beispiel dafür, wie Systeme "nicht-selbst-organisierend" entstehen: Gesetzt den Fall, jemand verlangt von mir die Ausführung bestimmter Tätigkeiten und stellt mir dazu eine Zahl verschiedener Dings zur Seite. Für die Aktivität eines jeden Dings werde ich nun Regeln verfassen, und zwar so, daß die gemeinschaftliche Aktivität der Dings die Tätigkeiten ausübt, die benötigt werden.
Interessant ist, daß die Entwicklung des Regelwerks von mir ganz bestimmte Rücksichten verlangt: Was benötigt das Ding beispielsweise zur Selbsterhaltung? Was benötigt das Ding, um sich in seiner Umwelt zu behaupten (gleich ob materiell oder geistig)? Welche Freiheiten benötigt das Ding, um sich je nach Änderungen der Umweltbedingungen funktional adaptieren zu können und entsprechende Nachrichten an den Bediener abzusetzen. Welche Hilfen werde ich in Anspruch nehmen müssen, um den Anforderungen der Dings gerecht werden zu können? Hier wird leicht vorstellbar, daß die Funktionen der Dings - neben ihrem Beitrag gemäß meinem Regelwerk - auch Funktionen zur Optimierung der übergeordneten Systemeigenschaften leisten müssen.
"Kein System organisiert sich selbst" ??
Aber es gibt eben doch Prozesse, die den Anschein vermitteln, als befänden sie sich in Selbstorganisation. Das sind Prozesse, in welchen sich die Funktion eines Dings aus dem von der Gemeinschaft mehrerer Dings zugewiesenen relativen Gewicht ergibt. Wir sehen die Veränderlichkeit (z.B. Adaptation) von Systemen aufgrund von Änderungen des relativen Gewichts seiner Dings. Prozesse dieser Art sind hoch interessant und wichtig, um das fokale System zu verstehen und zu kontrollieren. Indessen von Selbstorganisation zu reden, wäre dennoch falsch. Die Organisation eines Systems folgt äußeren Bedingungen, wie z.B. Notwendigkeiten. Wo wir also die Eigenschaft eines Systems untersuchen wollen, sollte interessieren, wie die "Notwendigkeiten" zu ordnen sind, die den Prozess zur Entstehung des fokalen Systems geleitet haben könnten (z.B. den Prozess der relativen Gewichtung von Dings).
"Hirnforschung" und "Information" geben noch immer Rätsel auf. Die Suche gilt der Arbeitsweise, wie aus Wahrnehmung das Bewußtsein beeinflußt wird. Die Rede ist von "Codierung". Analogien zu Kybernetik und Informationstheorie werden zu Rate gezogen. Aber wer sich ernsthaft einmal mit dem Evolutionsgedanken befaßt hat, muß zugeben, daß mit Blick auf den Ursprung von Nervensystemen, wie z.B. bei urtümlichen Mikrolebewesen, nicht der geringste Anhaltspunkt für eine Codierung gegeben sein kann.
Das System "Mensch" geht bis auf solche Urformen von Leben zurück. Deshalb muß davon ausgegangen werden, daß die Urfunktionen eines Nervensystems sich nur aus den Urformen des Lebens entwickeln konnte, wohingegen das Prinzip der Codierung eine Erfindung des mathematisch denkenden Menschen ist. Wenn man den Begriff "Codierung" nicht extrem weit faßt, ist kein Weg der Evolution denkbar, auf welchem eine Codierung, wie etwa nach den SHANNONschen Überlegungen, hätte Einzug in die Evolution halten können. Daher bleiben einzig und allein systemtheoretische Überlegungen, um in Fragen zur Entwicklung der Lebensformen weiter zu kommen.

Wir wissen heute ja alle, wie eine Nervenzelle funktioniert, und wie die Schaltungen zwischen Milliarden von Nervenzellen eines Individuums durch elektrische Impulse, die über Synapsen ihren Weg finden, zustande kommen. Die durch bildgebende Verfahren der Hirnforschung gewonnenen Erkenntnisse lassen indessen auch nichts über bit und Codierung erkennen. So, wie vom Anbeginn des Lebens an in der Wahrnehmung (oder ihren Vorformen) nur Relationen maßgebend gewesen sein konnten, so wird auch der heutige Mensch im normalen Leben von der Beobachtung von Relationen geleitet.
Die beste Vorlage für systemtheoretische Überlegungen:
 
Wahrnehmung und Erinnerung: Daß eine Melodie erkannt wird, gleichgültig ob sie mit einer Flöte oder mit einem Kontrabass gespielt wird, oder daß das Bild einer Person identifiziert wird, gleichgueltig ob auf Briefmarke oder Poster, ist allen Menschen bekannt, doch welche Ursachen das hat, und vor allem welche Bedeutung bei der Erforschung der Wahrnehmung darin steckt, bedarf immer wieder besonderer Hinweise. Der Mensch kann wahrgenommene relativ zu erinnerten Relationen skalieren. (Reale Größen unterliegen einer anderen Wahrnehmungskategorie.) Da das Individuum also Wahrgenommenes nach Relationen beurteilt, hat die naturwissenschaftliche Betrachtung in den Fokus zu nehmen, daß das Gehirn hierbei ohne arithmetische Operationen auskommt.
Was hat also zu der Faehigkeit gefuehrt, eine Melodie oder die Abbildung einer Person zu identifizieren, gleich ob mit Pikkoloflöte oder Kontrabass vorgetragen, gleich ob als Briefmarke oder Poster gezeigt ?  Genau hier müssen systemtheoretische Überlegungen ansetzen.
Zur Entwicklung der Musikalität sind kausale Entwicklungsschritte auf vielleicht einige zehntausend Jahre zurück vorstellbar. Die Entwicklung der Voraussetzungen zur Musikalität musste weit davor stattgefunden haben. Bei dem Typus, in dessen Folge der "musikalische Mensch" entstand, hat die Voraussetzung zur Musikalität sich daraus entwickelt, daß die Wahrnehmung von Relationen Vorteile für Existenz- und Arterhaltung mit sich brachte. Von diesem Standpunkt aus muß das Prinzip der Vor-Musikalität immer ein funktionaler Aspekt auf allen Stufen der Entwicklung gewesen sein, denn ein Blick über eine hypothetische und wie auch immer vorstellbare Evolution zurück erbringt kein anderes Ergebnis als das, daß die Grundlage der musikalischen Wahrnehmung ursprünglich lebenerhaltenden Eigenschaften gedient haben muß. 
Als Ergebnis der Evolution muß gesehen werden, daß das Nervensystem für die Fähigkeit, Relationen wahrzunehmen, besondere neurologische Verfahren entwickelt und über Generationen hinweg erhalten und verfeinert hat. Diese Verfahren sind es wert, nach menschlichen Maßstäben mindestens theoretisch identifiziert zu werden.  
Damit sind wir wieder an dem Punkt, wo wir systemtheoretischen Überlegungen den Vorrang geben müssen, mit dem Ziel, für die menschliche Wahrnehmung ein nutzbares Modell zu finden.
Nach dieser allgemeinen Grundlage ist zu forschen, d.h. nach dem Wendepunkt physiologischer Entwicklungen, wo das Wahrnehmen von Relationen ohne arithmetische Bewertung ein unbedingtes MUSS gewesen war. Hier wird nun eine Erklärung gegeben, beruhend auf Denkmustern der Evolutionstheorien, von DARWIN über MONOD, G. VOLLMER u.a. bis F. M. WUKETITS: 
 
Konzept zum Differenzierungsmodell:
Das Bild von drei markanten Schritten einer (gedachten) Entwicklung soll das im folgenden gebrauchte Denkschema einleiten und verständlich machen:
Das System befindet sich prinzipiell in einer vielfältig differenzierten Umgebung (ist von vielfältiger potentieller Information umgeben). Ein System wird je nach den inneren Bedingungen auf die potentielle Information der Umgebung Reagieren.
Je nach Komplexität, Funktionalität und Verfassung ist das Reagieren ein- bis mehrwertig.
Nun gilt es, für diese Wertigkeiten ein Skalierungsschema zu entwickeln.
Dazu die folgenden Argumente: 
a)    Die Sensibilität eines biologischen Sensors nimmt bei fortgesetzt gleichem Einfluß ab und bei Änderung des Einflusses wieder zu. Beim Einzeller ist die biochemische "Wahrnehmung" also variabel gegenüber gleichen Einflüssen. Für den Anfang der Evolution des Psychischen, ab Beginn der Mehrzelligkeit, war es daher wichtig, daß das Prinzip des "Erinnern an einen Einfluß" durch das "Erinnern an eine Relation" gestützt wurde. Erst die Fähigkeit, Relationen zu erinnern, macht es möglich, ein Ereignis zu identifizieren. Ohne diese Fähigkeit hätte es keine Orientierung in der Umwelt, keine höhere Adaptation, insgesamt aum bessere Chancen, im Wettbewerb zu überleben, geben können.  
Anmerkung: Die Fähigkeit, Phänomene durch Wahrnehmung von Relationen zu identifizieren, ist also ganz im Fundament der Entwicklung höheren Lebens zu denken. Grosser Erkenntnisgewinn mag aber darin liegen, daß mit der Entwicklung dieser Fähigkeit ein universaler Antrieb zur Organisation der Differenzierung der Rezeptivität verbunden ist. Um das zu vermitteln, diene das folgende, auf "Schwellenbildung" aufbauende Modell:  
b)    "Wahrnehmung von Größenunterschieden" beginnt durch die "Anfangssensibilität" zwischen Grenzschwellen "unerheblich" und "extrem". Eine "Anfangssensibilität" wirkt als Attraktor, eine Sensibilitätsschwelle zwischen den Grenzschwellen auszubilden. Die erste Sensibilitätsschwelle kann mit "2^0" bezeichnet werden. Das ist die erste Basis, um für die Größe eines Phänomens ein Verhalten zu entwickeln. Das betreffende Phänomen würden wir so beschreiben: "Es ist nicht unerheblich, es ist nicht extrem, aber es ist". Jeder Raum zwischen zwei Sensibilitätsschwellen (Beispiel: zwischen "unerheblich" und "2^0") ist zugleich eine neue Anfangssensibilität, die nun als Attraktor für die Entwicklung einer weiteren Schwelle wirkt. Wird die erste Schwelle zwischen "unerheblich" und "extrem" mit "2^0" bezeichnet, so können die folgenden (darüber und darunter) mit 2^n oder auch schon mit 3*2^n oder 5*2^n bezeichnet werden. 
Anmerkung: Das erscheint zunächst als die denkbar trivialste Arithmetik. Jedoch in Anbetracht dessen, daß diese Arithmetik es gestattet, die hundert Millionen Jahre und mehr vor dem menschlichen Bewußtsein entstandene Wahrnehmungsfähigkeit zu beschreiben, macht sie interessant, um fortzufahren:  
c)    Die Ausprägung jeder Schwelle bringt eine neue Rezeptivität mit sich, die relativ um so höher ist, je deutlicher sie von 2^n unterscheidbar ist. Infolge dieses Prinzips ist die Entwicklung selbstordnend, wie gleich anschließend noch verdeutlicht wird.  
Anmerkung: Sicher ändert sich das Genom während dieser Entwicklung. Aber das ist für die Analyse der Logik ebenso unerheblich wie die Frage, welche Ursachen die Änderungen leiten. Wichtig ist nur, daß im Einzelfall das Medium (= Modalität des Einflusses) an der Entwicklung des Profils des Wahrnehmungsvermögens beteiligt ist. So entstehen Unterschiede in Art, Differenzierung, Bandbreite und Höhe der Rezeptivität sowie in der Art ihrer individuellen biologischen Repräsentation.  
Erläuterung: "Unterscheidbarkeit" von 2^n hat mit "Abstand" zu tun. Dieser Abstand ist hier ausdrücklich relational und nicht dimensional zu verstehen. Auch kann das Medium und die individuelle biologische Repräsentation der Wahrnehmung so geartet sein, daß das Individuum in nur einer oder zwei Oktaven differenziert, während die Zahl der Schwellen innerhalb einer Oktave sich höher entwickelt. Beispiel: Eine Rezeptivität für das Intervall 3*2^n ist größer als für 5*2^n, und diese ist größer als für 7*2^n usw. Je nach den momentanen Bedingungen der Wahrnehmung kann es sein, daß z.B. das Intervall 13*2^n so rezipiert wird, als handele es sich um 14*2^n (resp. 7*2^n). Das ist hauptsächlich dann der Fall, wenn die Rezeptivität für 13*2^n noch nicht hoch genug entwickelt ist. Daraus ist abzuleiten, daß das Individuum Intervalle um so häufiger zu identifizieren neigt, je näher die Konstituenten mit 2^n verwandt sind. Demzufolge wird das Intervall 3*2^n (nach 2^n selbst) sicher am Häufigsten identifiziert. Auf Basis der verschiedenen "Unterscheidbarkeiten" von Intervallbeziehungen zu 2^n entwickelt das Individuum eine Art "Gewichtung". Ein physiologisch bedingter Rückkopplungseffekt etwa der folgenden Art begünstigt das: Je besser die Unterscheidbarkeit, um so häufiger das spezifische Reagieren, um so höher die Ausprägung der Rezeptivität, um so höher die jeweils spezifische Sensibilität.... Mit dieser Überlegung gelangt man nebenbei zu einem entscheidenden Punkt, um die Arbeitsweise der Psyche zu verstehen: Die Gewichtung von Intervallen in der Wahrnehmung eines Relationengefüges (= eines Phänomens) machte es möglich, die Relationen ohne den Aufwand von Arithmetik zu erfahren. Argument:   
d)    Zwischen "unerheblich" und "extrem" vollzieht sich kausal zwingend eine Differenzierung der Perzeptivität für Intervalle. Durch die unterschiedlichen Höhen der Sensibilitätsschwellen (je nach 2^n-Abstand) entsteht eine Ordnung der Perzeptivität, in welcher die unterschiedliche Deutlichkeit des relationalen Abstands dazu führt, daß in der Wahrnehmung die Größen innerhalb eines Relationengefüges mit entsprechend unterschiedlichen Gewichten erscheinen.  

 Abbildung / Differenzierungsmodell: Aufgrund der Argumente ( a...d) ist zu postulieren, daß die Attraktivität der Unbestimmtheit zwischen vorhandenen Schwellen jeweils neue Schwellenbildungen nach sich zieht. Bestimmtheit im "Wiedererkennen" wächst je Schwellengeneration mit dem Erscheinen der Folgegenerationen; hierdurch entsteht (quasi automatisch) eine dringend zu beachtende Reihenordnung, die mit der physikalisch bekannten "Harmonischen Reihe" verwandt ist.  
Ein kurzer Schritt zur Harmonischen Reihe
Wenn man beispielsweise ein musikalisches "Relationengefüge" untersucht, stößt man auf eine relative "Gleichgewichtigkeit" von "Oktaven". Daraus folgt: Oktaven (also relativ 2^n) können bis auf 2^0 reduziert werden, wenn man sich vorbehält, "Oktavwerte" (= reale Größen) je nach Anwendungsart und Bedarf ein- oder auszuschalten. Man könnte z.B. alle Größen eines Phänomens (je nach Modalitäten sortiert) auf eine einzige Oktave transferieren. Das könnte nützlich sein, um bestimmte Muster in reduzierter Form, und dazu die zur Re-Realisierung notwendigen Daten (Modalitäten und Oktaven) als Nebendatensatz zu dokumentieren. Was in natürlichen Prozessen sowie in Vergleichsoperationen interessiert, ist das universal wirkende Relationengefüge, worin Oktavwerte dann eher eine Nebenrolle spielen. Das Prinzip kann auf ein technisch oder biologisch umsetzendes System angewendet werden, sei es generierend oder wahrnehmend prozessierend. 
Benennung der in Relationen wirksamen Eigenschaften von Größen:
--   In der Harmonischen Reihe definiert jeder Zahlbegriff eine einmalige Intervallbeziehung zu 2^n; diese sei bezeichnet als Relationalwert.
--   Das subjektiv empfundene "Gewicht" eines Relationalwertes, das Gewicht also, durch welches die Klassifizierung des Relationalwertes geleitet wird, ist in der Harmonischen Reihe ebenfalls mit Zahlbegriffen belegbar. Hierfür gelte die Bezeichnung Relationalwertattribut, kurz Attribut.
Hieraus resultiert das Theorem für die physiologische Wirkung von Relationen:
--   In einem Relationengefüge entspricht das Attribut eines Relationalwertes dem arithmetischen Produkt der Attribute von dessen Faktoren. 
Abbildung / Gewichtete Harmonische Reihe: Entscheidend für jede Reihenbildung sind Intervallbeziehungen exclusive Oktaven. Was basal "erlebt" wird, sind Relationen der Intervallgewichte, und diese sind von der Verteilung über Oktavräume zunächst unabhängig. Oktaven werden erst dann wichtig, wenn die physikalischen Signale in der Eigenschaft als "Parameter" gesehen werden, insbesondere auch, wenn sie in Grenzbereiche der individuellen Rezeptivität eintauchen.
 
Interessant ist jedenfalls die unermeßliche Weite des so entstehenden Horizontes für Differenzierungen, um unsere Lebensbedingungen in Form und Funktion zu verstehen und zu gestalten. Diese Weite resultiert aus der jetzt möglichen Vorstellung, Relationengefüge konstruieren zu können, deren Realisierung  -- in beliebigen Höhen oder Tiefen von 2^n --  sich auf beliebige bekannte oder noch unbekannte Phänomene erstrecken kann. Jedenfalls zeigt sich, daß es im Umgang mit Relationengefügen in erster Linie darauf ankommt, sich mit den "Relationen" auseinanderzusetzen, wie sie im Rahmen des universalen Informationszyklus in kosmologischen wie nuklearen Größenordnungen gleichermaßen die Realität bestimmen. 
Prinzip der Informationszyklen in natürlichen Prozessen

Die vertikal aufsteigenden Prozeßteile betreffen die Sicht auf das universale Prinzip; es gilt neutral für alle physikalischen Dimensionen, wie Raum, Masse, Geschwindigkeit u.a.
Das folgende Bild sei als Ausschnitt eines Prozesses im Beispiel "Auditorik" verstanden. Das Bild zeigt nur eine einzige Modalität und davon nur einen zeitlich winzigen Ausschnitt des fortwährend im Zuge des universalen Informationszyklus stattfindenden Prozesses; als Zeitspanne können dafür 10^-2 bis 10^10 Sekunden gelten.

Das Bild modelliert im uebrigen erstmals eine Wahrheit von "Selbstorganisation". Das ist interessant insofern, als bisher nicht geklärt ist, was wann wie sich selbst organisiert... (kein System organisiert sich selbst... weitere Ausführungen hierzu im Buch)

Die skalierende relationale Wahrnehmung ist außerdem die Grundlage für die fortschreitend differenzierende "Kommunikation" (Kommunikation hier universal im Sinne von Wechselwirkungen verstanden). Im Aspekt von "Evolution" ist es nun einmal mehr möglich, Prinzipien von Information in die Allgemeine Systemtheorie einzuführen.    

 

Ursprung von Systemen:

Zunächst gilt, daß alles, vom Individuum und dessen Gemeinwesen bis hin zum Universum, als System betrachtet werden kann. Der Begriff "System" selbst repräsentiert insoweit eine Homologie der Konstituenten des Seins. Allerdings muß auch gesehen werden, daß es gut ist, den Begriff "System" nicht zu hoch anzusiedeln.
In Wahrheit gibt es im Universum nur Wechselwirkungen, welche unter gewissen Bedingungen als zeitliche und raeumliche Verdichtungen in Erscheinung treten, vergleichbar mit "Knoten" von räumlichen und zeitlichen Wechselwirkungslinien. 
   
Die Grafik symbolisiert einen Augenblick universaler Wechselwirkungen im "Leben eines Knotens", vor mehr als 10^10 Jahren, und zu jeder Zeit und Gelegenheit, gültig auch heute und in jeder Sekunde neu .... 
Jeder Schnittpunkt kann als Aktivierung von Wechselwirkungen verstanden werden. Daß in dem universalen Gewirr von Wechselwirkungslinien und Schnittpunkten nun "Verdichtungen" entstehen, "Knoten" sozusagen, die einen Raum beanspruchen, und welche dem Menschen wie "Systeme" erscheinen, weil sie ein vom Menschen idealisiert als "Eigenleben" wahrgenommenes Wesen entfalten -- das sind die Besonderheiten, die es zu untersuchen gilt. Im Sinne von "Energie" kann der Einsatz von Ressourcen, im Sinne von "natuerlicher Information" z.B. die "Lenkungswirkung" untersucht werden.  
"Eigenleben": Zunächst erscheint es unlogisch, daß in einem "Knoten" sich die Neigung entwickeln könne, die internen Wechselwirkungen gegen die äußeren zu "verteidigen". Doch, was als "Verteidigung" erscheint, finden wir in einer Urform bereits bei der Entwicklung von Atomen: denn ist ein bestimmtes Verhältnis zwischen Atomkern und Elektronen erreicht (entsprechende physikalisch definierte Bedingungen konzediert), unterliegt es nichtmehr allen "externen" Wechselwirkungen und kann sich überdies an Wechselwirkungen relativ höherer Ebene beteiligen. Analog vergleichbares geschieht bei der Bildung von Molekülen. Das alles gehört zur weit vorbewußten Phase, und der Weg bis zum Erscheinen von Verhaltensweisen, die man vielleicht schon als "Überlebenswillen" klassifizieren kann, ist schwindelerregend hoch, und mit heutigen Erkenntnisbeständen noch kaum verifizierbar. Aber: Der bisher kaum gewürdigte Parameter in Wechselwirkungen, die natürliche Information, kann zur weiteren Klärung der Übergänge im Teil "Wahrnehmung" (auch Vorformen davon) beitragen.     

Folgendes Beispiel kann für soziologische, aber auch für alle anderen Betrachtungen über die Entstehung von Systemen gelten

Der Mensch ist unaufhörlich damit befaßt, Wechselwirkungen zu initiieren um dadurch Systeme aller Art zu bilden, zu nützen und zu liquidieren, mehr oder weniger überzeugt, dadurch selbst und mit anderen voranzukommen...  
Es ist immer wieder eine Attraktion, daß solche "Knoten" dem menschlichen Wahrnehmen und Denken gegenüber mit gewissen Tendenzen in Erscheinung treten. Dem entsprechend ist klar, daß solche "Knoten" (resp. "Systeme") als Erscheinung und Eigenschaft philosophisch und geisteswissenschaftlich diskutiert werden können. Auffälligste Erscheinungen sind z.B. die Filterung von Einwirkungen, der Gewinn an Erhaltungs- und Entwicklungswerten sowie die Abgrenzung gegenueber ihrer Umwelt. Ein wichtiger Aspekt der "Systemleistung" ist z.B. die Aufgabenteilung der Konstituenten.
Die Grafik symbolisiert eine fortgeschrittene Verhaltensoption: Die Gleichheit der Zahl äußerer "reaktionfordernder" Einflüsse (= äußere Pfeile) und die im rechten Bild gezeigte Verringerung der Einflüsse pro "Ding" zeigt einen denkbaren Beginn von "Aufgabenteilung" während der Systementstehung.
 
Grenzdefinitionen: Sind Reaktionen unerheblich, so kommt die Systembildung nicht in Gang; sind Reaktionen extrem, so wird die Systembildung gestört.
In der Spanne zwischen Unerheblich und Extrem bildet sich das Feld ab, wo im Reagieren des Systems Gestaltung möglich ist.
Systeme haben -- neben ihrer Beteiligung an relativ äußeren Wechselwirkungen -- eine innere "Kommunikation" der Konstituenten, welche die Aufgabenteilung regelt, d.h. generell: sie entwickeln je eine "Physiologie", gleichgueltig aus wievielen Wechselwirkungslinien, mit welcher Dauer und Komplexität, und aus wievielen geschützten und ungeschützten, spontan auftretenden Konstituenten sie in einem Augenblick bestehen. Unter solchen Vorgaben muß ihre "Produktivitaet" [+/-] wahrgenommen werden. Als verantwortlich dafuer kann man physikalische, jedoch mehr noch und mit einiger Sicherheit relativ qualitative Gesichtspunkte annehmen, und diese sind es, die der Mensch als natürliche informationale Implikationen der Prozesse verstehen und beeinflussen kann. 
Naturwissenschaftlich gesehen, kann für natuerliche Systeme eine Art Epigenese der qualitativen Eigenschaften und Verhaltensweisen angenommen werden. 
 Zur Abbildung:  "Rückkopplungen" oder "Regelkreise": Diese Grafik symbolisiert, was man sich unter den informationalen Wirkungen vorstellen kann, die in der Physiologie eines Individuums (ggf. über Generationen hinweg in Entwicklung) als qualitative Implikationen im Verhaltensrepertoire erscheinen.
Fuer höhere Individuen müsste noch ein "Strategie kontrollierender Regelkreis" hinzu genommen werden, der dann auch erheblich weiter aufgefächert erscheinen würde.
 
(Daß mit Aktivität und Kontrolle -- abgesehen von sonstigen Einflüssen -- genetische Effekte einher gehen und auf die Regelung wiederum einwirken, ist im Entwicklungsgedanken eingeschlossen, gehört aber zu einem Spezialgebiet, das hier nicht zur Ausführung vorgesehen ist.)  
Genaue Ausführungen sind den auf Seite Manuskript bereitliegenden Schriften zu entnehmen
 
 
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