- Grundsatz:
Jede Art von Wechselwirkung hat einen Prozess des Ausgleichs
von Potentialen als Ursache, gleich gueltig ob es sich um elementare,
chemische oder geistige Potentiale handelt. Potentiale repräsentieren
Relationen; diese sind als allgemeines Ausdrucksmittel für
das informationale Moment (z.B. eines Relationengefüges
einer bestimmten Modalität oder Submodalität) nutzbar.
Hiervon ist ableitbar: Jede Art von Wechselwirkung besteht
aus Information und Energie. In oekonomischen Denkkategorien
ist Wechselwirkung aller Ebenen meßbar als InformationArbeit,
d.h. Information als D, und Arbeit
(nach SI-Einheiten) als W, also haben wir für Wechselwirkung
die physikalisch wahre Messdimension DW --- wenngleich "Größen
von Information" hier völlig anders als etwa nach Vorgaben
der kybernetisch intendierten, quantisierenden Informationstheorie
(Shannon) zu definieren sind. Die Relativität von Relationen
ist nicht quantisierbar.
|
- Beziehungscharakteristik
Systeme bestehen aus Wechselwirkungen,
und diese beruhen auf Relationen von Potentialen. Mit "Relation"
allein kann aber nicht dargestellt werden, wie die Unterschiedliche
Wirkung von an sich gleichen Relationen zustande kommt. Eine
zweite Ebene von Relationen ist wirksam: Das sei die "Beziehungscharakteristik"
zwischen Relationen. Beziehungscharakteristiken haben die Eigenschaft,
beliebigen Konstituenten von Relationen eine individuelle Ordnungsposition
zuzuweisen. (Erläuterungen in "Information in Evolution"
und "Wahrnehmung", Auswahl oben)
|
- Emergenz
In der Soziologie werden mit "Emergenz" Eigenschaften
eines Systems bezeichnet, die aus dem Zusammenwirken der Konstituenten
hervorgehen, aber aus den Eigenschaften der einzelnen Kon-stituenten
allein nicht erklärt werden können. Dieser Begriff
wird auf alle Arten von Systemen angewendet.
|
Energie (Arbeit) "W"
Energie ist erforderlich, um Wechselwirkungen
zu realisieren. Wo immer Wechselwirkungen stattfinden (z.B. auch
im ZNS), wird "Arbeit" (im Sinne der SI-Einheiten =
"W") aufgewendet. Daraus ergeben sich prinzipiell
Oekonomische Aspekte. Wo zwei Systeme in Wechselwirkung treten,
betrifft der Verbrauch an W beide Systeme. Das heißt,
der Verbrauch an W ist weniger an einzelnen Teilnehmern
eines Prozesse als vielmehr am Prozeß selbst festzumachen. |
- Information, natürliche potentielle Information
Der Umsatz an W basiert auf Relationen.
Daraus resultierende Prozesse hinterlassen seit ewig und in jedem
Augenblick Spuren in der Natur, die (z.B. für einen neutralen
Beobachter) als potentielle Information = "S"
gelten. Beispiel
Medien: Medien verursachen
potentielle Information; hiervon werden in Millionen von Menschen
informationale Prozesse angeregt; aber welche Teile der potentiellen
Information im Einzelfall als Information wann, wie und mit welchem
Gewicht umgesetzt werden, das entscheidet sich je Individuum
je nach Momentanen Vorbedingungen, wie Vorwissen, Aufnahmebereitschaft,
Neigung u.a. Man muß sich begrifflich darauf einstellen,
daß Information sich prinzipiell nur in den Prozessen eines
Systems vollzieht, bei höheren Individuen beispielsweise
in Sinnesorganen, Nervensystem und Bewußtsein.
|
- Information, natürliche prozessuelle Information
Der Umsatz an W bewirkt seit ewig und in jedem Augenblick Änderungen
in der Natur; der Prozeß dieser Änderungen ist prozessuelle
Information = "D".
|
- Information, ökonomisch gesehen
Prozessuelle Information unter Mitbetrachtung der hierbei umzusetzenden
Arbeit führt zur Begrifflichkeit von "InformationArbeit
= "DW". (Unter welchen
Bedingungen die einfache Multiplikation anwendbar ist, oder welche
Koeffizienten mit einfließen müssen, ist anderweitig
zu klären.)
|
- Kommunikation
Das Stattfinden von DW ist ein physikalischer
Prozeß, in welchem sich das Verhältnis zwischen Information
und Arbeit ändern kann. In solchen Änderungen definiert
sich das implizite qualitative Moment. Je nach Betrachtungsweise
kann DW als allgemeine
Wahrheit gelten. Sind jedoch qualitative Implikationen zugleich
gemeint, so handelt es sich um "Kommunikation".
|
Kontingenz
Laut Duden: das "Moeglichsein"
im Gegensatz zur "Notwendigkeit"; oder auch: die Haeufigkeit
zusammen vorkommender oder sich gleich verhaltender psychischer
Merkmale (--> Statistik und Psychologie). In der Soziologie
wird mit "Kontingenz" das Maß für die Menge
an Operationsalternativen eines Systems bezeichnet, nach innen
oder nach außen gerichtet. Oft ist sie eine Begleiterscheinung
von höherer Komplexität. |
- Natürliche Systeme und Konstituenten
Ein System besteht aus Wechselwirkungen.
Seine Dauer kann theoretisch zwischen ca. 10^-43 und 10^18 s
betragen (10^-43 s ist abgeleitet vom PLANCKschen Wirkungsquantum).
Wechselwirkungen bestehen direkt oder indirekt aus Relationen
und Beziehungscharakteristiken der Systemkonstituenten; diese
sind auch selbst als Systeme oder Wirkung von Systemen definierbar.
Kein System besteht für sich allein, denn es ist mindestens
eine Konstituente des Universums. Die Unterschiedlichen Bezeichnungen
"System" und / oder "Konstituente" dienen
lediglich zur Unterscheidung momentaner Sichtweisen.
|
- Physiologie
Natuerliche Systeme jeglicher
Art können als Organismen gesehen werden. Konstituenten
darin haben Funktionen inne, die dem System Existenz- und Entwicklungsfähigkeit
vermitteln können. Beispiel: Indem eine Zelle ihre eigene
Physiologie bedient, dient sie als Konstituente zugleich der
Physiologie des Organs, dem sie angehört... Mensch, Familie,
Verein, Erwerbsgemeinschaft usw. können dem jeweiligen ranghöheren
System, dessen Konstituenten sie sind, dadurch nützen, daß
sie ihre eigene Physiologie in der Weise bedienen, daß
es dem System zugutekommt. Das jeweilige ranghöhere System
wiederum muß versuchen, die dem Eigennutz dienenden Eigenschaften
der Konstituenten mit den selbst zu vertretenden Interessen in
Einklang zu bringen. Das wiederum kann durch feed-backs an die
Konstituenten erreicht werden. (Aberrationen in den megamultiplen
Strukturen physiologischer Abhängigkeiten, ihre Risiken,
Chancen und Pathologie, bilden ein eigenständiges Thema,
das hier aber nur als grundsätzlich in die Theorie einbedacht
ist.)
|
- Produktivitaet
Die Produktivität eines Systems
(einer Konstituenten) kennzeichnet, was im Ressourcenverbrauch
DW an Werten, die
der eigenen Existenz- und Entwicklungsfaehigkeit dienen, gewonnen
wird.
|
- Qualitaet (eine Messdimension)
- Grundsatz: "Qualität" ist
die Dimension des durch Wechselwirkung eines Systems auf Funktion
und Adaptivität optimierte Zusammenwirken aller Systemkonstituenten.
(Die (systemrelativ) subjektive Geltung von Qualität sowie
spontane und/oder temporäre Systembildungen sind dieser
Definition immanent.)
Alle DW muß als Ressourcenverbrauch
gewertet werden. Während DW physikalisch definierbar
ist, ist "Qualität" ein subjektives Mass, um die
für ein System relative Nützlichkeit des DW-Verbrauchs zu bestimmen.
- Während der Ressourcenverbrauch (DW) alle am Wechselwirken beteiligten Konstituenten
gemeinsam betrifft, entscheidet sich der Qualitätsgrad und
dessen Wirkung individuell an jeder einzelnen Konstituenten,
d.h. "zu deren Gunsten" oder "Ungunsten".
|
- Wechselwirkung
Die Ursachen von Wechselwirkungen sind physikalisch und informational
definiert. Darin sind im Kreis lebender Individuen endokrine
und neuronale Wechselwirkungen mit enthalten. Sie können
sich psychisch und geistig je mit entsprechenden Auswirkungen
zeigen. Wechselwirkungen bestehen aber auch zwischen Familien,
Erwerbsgemeinschaften, Nationen, Galaxien und Sternen. Zwischen
Menschen nennen wir u.a. auch "geistige Wechselwirkungen".
Auch hierin sind physikalisch definierte Relationen und Beziehungscharakteristiken
z.B. in neuronalen Prozessen wirksam.
|
- Wechselwirkungs-Linien
In universaler Sicht existiert jedes
System in einem mehrdimensionalen Netz von potentieller Information.
Die Fäden dieses Netzes wirken als Wechselwirkungs-Offerten,
d.h. als potentielle Information, und bilden so ein Multiplex
informationaler Optionen für Wechselwirkungen.
|
- Wechselwirkungs-Widerstand
Raumzeitliche Bedingungen zwischen
Systemen und potentieller Information sind als Wechselwirkungs-Widerstand
zu klassifizieren (z.B.Gravitation oder Lichtgeschwindigkeit
in DW).
|
Ergänzende Darstellung
|
-
- Kommunikation und Form
- Die Meßdimension DW bildet also die Ressource, mit welcher
ökonomisch zu "rechnen" ist. Wir sind permanent
von DW umgeben,
sie findet auch in uns selbst statt. DW ist die integrierte Kraft, welche Systeme
erzeugt, benützt und liquidiert. In diesem Sinne ist z.B.
der Mensch gefordert, im Interesse "seines Systems"
und seiner Institutionen DW in gewisser
Weise "zu beobachten" und -- wo nötig -- zu steuern.
Genau hier tritt das (immer systemrelative) qualitative Moment
in Erscheinung.
- Sprechen wir indessen von "Kommunikation",
so meinen wir immer eine qualitativ dotierte DW.
-
- Nun ist noch mal spezifisch die Erscheinungsweise
von potentieller Information zu untersuchen: Z.B. wird industriell
eine Menge qualitativ dotierter DW zu einem Produkt, welches man als
Gegenstand ansehen und / oder benützen kann. DW
wurde also eingesetzt, um
Rohmaterialien dahin zu bringen, daß sie diesen Gegenstand
ergeben. Dieser ist sodann Verkoerperung von sozusagen "geleisteter"
(besser "qualitativ dotiert gesteuerter") DW, wobei aber W nun (rein gegenstandsbezogen)
keine Funktion hat. Somit ist das Produkt = "Koerper",
und seines D-gehalts wegen als Meßdimension mit DK (Delta-Kappa) zu bezeichnen.
- Folglich ist qualitativ dotierte DW = Kommunikation und ferner
qualitativ dotierter DK = Form.
-
- Philosophisch gesehen ist alles, was zwischen
Energie und Leben geschieht, durch qualitative Wirkungen bestimmt,
seien sie subjektiv positiv oder eher negativ beurteilt. Noch mal anders formuliert:
Wechselwirkung ist Ressourcenverbrauch, während alles, was
daraus hervorgeht, nur subjektiv qualitativ beurteilt werden
kann.
|